ŞAHÎ Wesir/Königin Stück:
Sokol, was in slawischen Sprachen “Falke” bedeutet, symbolisiert mit seinem Namen und dem timuridischen Spiralhelmdesign militärische Macht. “Sokolovichi, was ”Dorf der Falken“ bedeutet, war der Geburtsort von Sokollu Mehmed Pascha, einem der berühmtesten Wesire, der sowohl den Osten als auch den Westen prägte.
Die hohe, spitz zulaufende Form und die umgedrehte Feder stehen für die Autorität und Weisheit des Wesirs. Die achteckige Scheibe steht für die modernen Bewegungen dieses Stücks. Historisch gesehen konnte der Firz/Wesir nur ein Feld diagonal bewegen.
Im Laufe der Zeit wurde diese Schachfigur als Mantri, Firz, Wesir, Berater, Minister, General, Anführer, Vierge, Dame, Donna, Lady und Königin bezeichnet.
Süditalienischer Wesir aus dem 12. Jahrhundert
Dieses Elfenbeinstück aus dem 12. Jahrhundert zeigt einen männlichen Berater (Wesir), der auf einem Thron sitzt, und nicht die Königin. Dies spiegelt die historische Rolle des Stücks als königlicher Berater und die monarchische Symbolik der damaligen Zeit wider, bevor es später in Europa zu einer weiblichen Figur wurde.
Der iranische Wesir: Bozorgmehr
Diese Statue stellt Bozorgmehr dar, den legendären Großwesir des Sassanidenreiches. Gefeiert in der Shahnameh Für seine außergewöhnliche Weisheit wird ihm zugeschrieben, die erste bekannte Abhandlung über das Schachspiel geschrieben zu haben, nachdem er die Logik des Spiels entschlüsselt hatte. Diese Figur verkörpert das persische Erbe der Strategie und die intellektuelle Größe der Sassanidenzeit.
9. Jahrhundert Elfenbein Shatranj Wesir
Dieses seltene Artefakt aus Elfenbein stellt das “Vezir” (Fers) aus Shatranj dar, den mittelalterlichen Vorläufer des modernen Schachs. Sein Design spiegelt eine visuelle Sprache wider, die zu dieser Zeit im gesamten Mittelmeerraum verbreitet war. Im Gegensatz zur modernen Dame hatte dieser Wesir nur eine begrenzte Beweglichkeit und konnte sich nur ein Feld diagonal bewegen, was das langsamere, taktischere Tempo des Spiels zu jener Zeit prägte.
Spanischer Wesir aus dem 12. Jahrhundert
Dieser spanische Wesir (Fers) aus dem 12. Jahrhundert ist aufwändig mit architektonischen Motiven geschnitzt und einzigartig in Form einer Burg gestaltet. Die feinen Details, einschließlich der Gesichtszüge und der Frisur, unterstreichen, dass dieses Stück schon lange vor Lucenas Buch von 1497 als Frauenfigur bezeichnet worden sein könnte. Als wichtiges Artefakt des mittelalterlichen Spaniens spiegelt es die künstlerischen Werte der Epoche und die traditionelle Identität des Stücks als männlicher Ratgeber wider.
Österreichisches Kaffeehaus “Zwiebelturm” Königin
Dieses Damenstück zeichnet sich durch den “Zwiebelturm” aus, ein Designmerkmal, das Mitte des 20. Jahrhunderts in mitteleuropäischen Kaffeehausgarnituren besonders beliebt wurde. Die Verwendung von klassischem strohfarbenem Holz verleiht der Figur eine warme und natürliche Ausstrahlung. Dieser besondere Stil ehrt die tiefe Geschichte des Spiels und verleiht ihm gleichzeitig einen modernen Touch, der typisch für die funktionale und doch künstlerische Handwerkskunst dieser Zeit ist.