Rumänisches Kaffeehaus-Schachspiel, ca. 1920-1940

Bis zum Ersten Weltkrieg gehörten einige Teile des heutigen Rumäniens - namentlich die Region Siebenbürgen - zum österreichisch-ungarischen Reich, das von der Dynastie der Habsburger regiert wurde. Es ist anzunehmen, dass durch diese Verbindung die österreichische Kaffeehauskultur und die gängigen Schachsätze im sogenannten Wiener Kaffeehausstil auch ihren Weg in das südliche Königreich Rumänien fanden, wo dieses Set in den frühen Jahren des 20. Jahrhunderts verwendet wurde. Das Set ist aus gedrechseltem Holz gefertigt, eine Seite naturbelassen, die andere mit schwarzem Lack überzogen. Es weist einige Gestaltungsmerkmale auf, die mit den bereits erwähnten Wiener Sets gemeinsam sind, insbesondere die hutförmigen Kronen der Damen, die Läufer mit kugelförmigen Köpfen in entgegengesetzter Farbe oder die robusten Türme. Interessant ist vor allem die ungewöhnliche Form des Königs, dessen Krone sich auf der Oberseite zu einem länglichen Abschluss mit einer kleinen Kugel verjüngt, fast so, als säße ein kleiner Bauer auf der Krone des Königs. Das Set weist einige intensive Gebrauchsspuren auf. Einige Stücke scheinen ersetzt worden zu sein, was aber den Gesamteindruck nicht beeinträchtigt. Bild und Text stammen aus der Sammlung Langer.